Vitamin A

Fakten zu Vitamin A

250 Millionen Kinder sind in den Entwicklungsländern von einem Vitamin-A-Mangel betroffen und von Erblindung bedroht.

Jährlich erblinden bis zu 5.000.000 Kinder in den Entwicklungsländern aufgrund eines   Vitamin-A-Mangels.

Eine Million Kinder sterben in den Entwicklungsländern an einem Vitamin-A-Mangel.

Ein Vitamin-A-Mangel in unseren Breiten ist mit normaler Ernährung nicht zu erwarten.

Eine Überdosierung entsteht bei einer längeren Einnahme von mehr als 30 mg Vitamin A täglich.

Vitamin A ist ein Sammelbegriff mit unterschiedlichen Wirkungen

Unter Vitamin A werden alle Verbindungen zusammengefasst, die eine komplette oder einen Teil der Vitamin-A-Wirkung haben. Dazu gehören:

  • Retinol
  • Retinylester, ein mit Fettsäuren verbundenes Retinol
  • Retinoide
    • Retinsäure, entsteht aus Retinol
    • Synthetische Abkömmlinge der Retinsäure

Wichtig ist, dass nur Retinol und Retinylester alle Wirkungen des Vitamin A aufweisen. Die Retinoide haben dagegen keinen Einfluss auf den Sehzyklus und die Spermienbildung, sind daher in ihrer Wirkung eingeschränkt. Vitamin A kann toxisch wirken, wenn es überdosiert wird.

Eine bestimmte Gruppe an sekundären Pflanzenstoffen, die Karotinoide, die fettlösliche Farbpigmente (gelbe bis rötliche Farbe vieler Pflanzen und Früchte) sind können ebenfalls in Retinol umgewandelt werden. Daher werden sie als Provitamin A bezeichnet. Der Vorteil der Karotinoide ist, deren bekanntester Vertreter Betakarotin heißt, dass der menschliche Organismus nur so viel Retinol aus der Vitaminvorstufe bildet, wie er benötigt. Aus diesem Grund ist die Einnahme von Karotinoiden unbedenklich und kann nicht überdosiert werden. Außerdem haben sie zusätzliche positive Wirkungen.

Die biologische Aktivität der verschiedenen Formen des Vitamin A wird in internationalen Einheiten angegeben. Allgemein gilt eine internationale Einheit IE = 0,3 µg Retinol.

Vitamin A erhält unsere Sehkraft und schützt vor Erblindung

Schon die alten Ägypter vor Christus und die Chinesen vor 1500 Jahren wussten, dass Lebertran das Augenlicht erhält und vor Nachtblindheit schützt. Anfang des 20. Jahrhunderts fand man heraus, dass dies an einem enthaltenen Stoff lag, der Vitamin A genannt wurde. Das Retinol wird aus dem Blut in das Auge aufgenommen und in Retinal umgewandelt. Dieses Retinal verbindet sich mit dem Eiweiß Opsin zu Rhodopsin. Rhodopsin wird wegen seiner Farbe auch Sehpurpur genannt und ist im Auge für das Hell-Dunkel-Sehen verantwortlich.

Vitamin A beeinflusst unsere Gene

Es dauerte bis in die Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts, bis man herausfand, dass Vitamin A entscheidend an der Ausprägung der Gene beteiligt ist. Festgestellt wurde, dass die Retinsäure - die aus Retinol entsteht - in den Zellkernen starken Einfluss auf Wachstum und Entwicklung der Zelle nimmt. Retinol ist der stärkste zellverändernde Stoff in unserem Körper. Um uns vor unerwünschten Mutationen zu schützen, gibt es im Köper Enzymsysteme die verhindern, dass Retinol zum Beispiel Krebs auslöst. Dies gilt allerdings nur, wenn das Vitamin A in physiologischen Dosierungen zugeführt wird.

Vitamin A bildet und beeinflusst alle Zellen

Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin. Da das Vitamin A ist für den Sehprozess unerlässlich ist, zeigt sich ein Mangel zunächst im Auftreten von Nachtblindheit. Dauert der Vitamin-A-Mangel an, kommt es zu einer unwiderruflichen Zerstörung der Augen. Diese Tatsache ist immer noch die häufigste Ursache der Blindheit in der Welt. Zusätzlich ist Vitamin A sehr stark an der Zelldifferenzierung und Zellbildung beteiligt. Es kann so als Medikament bei Immunmangel, Tumoren und chronischen Hauterkrankungen wie Akne eingesetzt werden. Unter normalen Umständen kommt ein Vitamin A-Mangel bei uns nicht vor. Da der Körper fähig ist aus Karotin Vitamin A zu bilden, sollte bei einer Nahrungsergänzung diese Variante zum Einsatz kommen, denn der Körper bildet aus Karotin nur soviel Vitamin A wie er benötigt. So werden die gesundheitsgefährdenden Überdosierungen mit Vitamin A vermieden.

Wer ist Vitamin A mangelgefährdet?

Alle Menschen die an Verwertungsstörungen leiden sind mangelgefährdet. Hierzu gehören chronische Darmerkrankungen wie Kolitis ulzerosa, Morbus Crohn oder die Zöliakie. Vitamin A wird aber auch vermindert aufgenommen von Menschen mit parasitären Darmerkrankungen oder einer Störung der Bauchspeicheldrüsenfunktion. Auch Infektionskrankheiten wie Masern, Mumps, Röteln oder Windpocken verursachen einen Vitamin-A-Mangel. Schwerwiegende Komplikationen bei Masern sind unter Gabe von Vitamin A seltener.

Auch in unseren Breiten können Kleinkinder, Schwangere und Stillende und Menschen mit Leberfunktionsstörungen, mit oder ohne Alkoholsucht, einen Vitamin-A-Mangel haben.  

Welche Folgen hat ein Vitamin A Mangel?

Auge

Als erstes leidet das Auge unter einem Vitamin-A-Mangel. Lebendes Gewebe wird immer mehr in totes Hornmaterial umgewandelt, am Ende erblinden die betroffenen Menschen.

Haut und Schleimhaut

Vitamin-A-Mangel führt zur Verdickung, Austrocknung und Schuppenbildung der Haut, häufig auch mit einer erheblichen Verhornung der Haarfollikel. Dies bildet den Boden für wiederkehrende und langwierige Entzündungen der Haut, da auch die Schleimproduktion in der Haut stark reduziert ist. Am stärksten davon betroffen sind die Epithelzellen der Atmungsorgane. Es finden sich Verhornungen der Schleimhäute des Rachens, der Bronchien und der Nase inklusive der Geruchsdrüsen. Das bedeutet, dass Schleimhautzellen in hornhautbildende Zellen umgewandelt werden. Somit sind auch Geschmacks- und Geruchssinn beeinträchtigt. Häufig treten infolge dieser Veränderungen Infektionen auf, die zu chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen, Bronchienentzündungen und Lungenentzündungen führen können. Diese Infektionen sind oft nur schwer zu therapieren. 

Fortpflanzung

Beim Mann führt ein Vitamin-A-Mangel zur Rückbildung der Hoden und zum Stillstand der Spermienbildung.

Bei der Frau kommt es zur Austrocknung und Verdünnung der Schleimhautzellen in der Scheide, zu Störungen im Östrogenzyklus, zum Ausbleiben der Empfängnis, der Einnistung des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut, sowie der Milchproduktion der weiblichen Brustdrüse. Auch Infektionen der Gebärmutter können auftreten. Bei schwangeren Frauen kann es zu Plazentaablösungen, Unterbrechung der Fötus Entwicklung bzw. zum Absterben der Frucht kommen.

Wachstum

Eine Wachstumsverzögerung ist bei Kindern ein erstes, aber umkehrbares Zeichen eines Vitamin A-Mangels.

Knochen

Vitamin-A-Mangel kann zur zusätzlichen Knochenbildung führen, und zwar an Stellen, an denen sie sonst nicht stattfindet, wie z.B. im Ohr. Dadurch kommt es zu einer Verdickung der Knochen und zu einer Verkleinerung der Knochenmarkhöhlen. Eine Knochenmarkhöhle ist jener Raum im Inneren des Knochens, wo sich das Knochenmark befindet. Infolge dieses zusätzlichen Wachstums können Nerven in Mitleidenschaft gezogen werden, was unter anderem zu Taubheit und Blindheit führen kann. 

Was muss bei der Therapie mit Vitamin A beachtet werden?

In der Regel genügen Ergänzungen mit einem Retinoläquivalent von 1 mg. Höhere bis hohe Dosierungen sollten nur unter strenger Indikationsstellung und nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen um schwerwiegende Nebenwirkungen zu vermeiden. Wann immer möglich, sollte die Therapie mit Karotinoiden erfolgen, da diese keine Vitamin-A-Überdosierung verursachen können. Schwangere Frauen sollten Vitamin A nur in physiologischen Dosierungen (bis 2 mg täglich) oder als Betakarotin einnehmen.

Es gelten folgende Umrechnungswerte für verschiedene Vitamin A-Varianten:

1 mg Retinol-Äquivalent = 6 mg all-trans-β-Carotin = 12 mg andere Provitamin A-Carotinoide = 1 mg Retinol = 1,15 mg all-trans-Retinylacetat = 1,83 mg all-trans-Retinylpalmitat

1 IE (Internationale Einheiten werden nur noch im pharmazeutischen Bereich angegeben) = 0,3 µg Retinol

Vitamin A Einsatzgebiete:

  • Morbus Crohn
  • Kolitis ulzerosa
  • Zöliakie
  • Funktionsstörungen der Bauchspeicheldrüse
  • Lebererkrankungen
  • Chronischer Alkoholkonsum
  • Wachstumsverzögerung
  • Akne
  • Rosacea
  • Psoriasis
  • Chronisch entzündliche Hauterkrankungen
  • Wundheilungsstörungen
  • Verbrennungen
  • Unfruchtbarkeit des Mannes
  • Kinderwunsch
  • Sterilität
  • Störungen des Sehverhaltens
  • Tumorerkrankungen
  • Knochenbildungsstörungen
  • Nachtblindheit
  • Augenerkrankungen
  • Häufige Atemwegsinfekt

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