Bioaktive Substanzen oder Pflanzenbegleitstoffe

Ein paar Fakten über bioaktive Substanzen

Laut der WHO könnte die Zahl der Darmkrebserkrankungen, bei einer Zufuhr von täglich 30 g Ballaststoffen, halbiert werden.

Bei der Herstellung von klarem Apfelsaft verbleiben 80% der Flavonoide (spezielle Pflanzenbegleitstoffe  zur Stärkung des Immunsystems)  im Pressrückstand und gehen verloren.

Durch Erhitzen von Pflanzen und Auskeimen von Sprossen reduziert sich die Aktivität der Trypsin-Inhibitoren um bis zu 80%.

Bioaktive Substanzen, die natürlichen Alleskönner und Superfoods der Natur

Es gibt eine Vielzahl an bioaktive Substanzen, auch Phytofaktoren oder Pflanzenbegleitstoffe genannt, die chemisch sehr unterschiedlich sind. Alle werden von Pflanzen selbst hergestellt um deren Schutz und Überleben zu sichern. Bioaktive Substanzen sind in allen Pflanzen zusätzlich zu Vitaminen und Mineralstoffen enthalten. Da sie erst im Zuge des sekundären Stoffwechsels entstehen, bezeichnet man sie als sekundäre Pflanzenstoffe. Im primären pflanzlichen Stoffwechsel werden die Nährstoffe, wie Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette, gebildet. Die Pflanzenbegleitstoffe  schützen die Pflanzen vor Schädlingen, Tierfrass, Bakterien, Pilzen, Viren und locken Insekten an, indem sie ihnen Farbe und Duft verleihen.

Bis Ende der 1960er Jahre war die Bedeutung dieser Substanzklasse unbekannt. Erst danach erkannte man, dass Pflanzenbegleitstoffe vielfältige Funktionen im Körper beeinflussen und unsere Gesundheit fördern und erhalten. Mittlerweile ist bekannt, dass Pflanzenbegleitstoffe vielfach die Aufgaben von Medikamenten übernehmen können, ohne dass es dabei  zu Nebenwirkungen kommt. 

Noch sind nicht alle Pflanzenbegleitstoffe komplett erforscht und viele Funktionen für die Gesundheit der Pflanzen und für uns Menschen sind noch unbekannt. Je nach Pflanzengattung werden unterschiedliche Phytofaktoren, abhängig von verschiedenen Faktoren, gebildet. Diese Faktoren sind: Pflanzensorte, Bodenbeschaffenheit, Erntezeitpunkt, Umweltbedingungen, Verarbeitungszeit. Nachweisen kann man bioaktive Substanzen durch die Chromatografie.

Ihre bekannten positiven Wirkungen sind:

  • Antikanzerogen
  • Antibakteriell
  • Antimikrobiell
  • Antiviral
  • Antioxidativ
  • Antithrombotisch
  • Immunfördernd
  • Entzündungshemmend
  • Blutdrucksenkend
  • Cholesterinsenkend
  • Blutzuckerregulierend
  • Verdauungsfördernd

Bekannte bioaktive Substanzen sind: Karotinoide, Phytosterine, Saponine, Glukosinolate, Polyphenole (Phenolsäure und Flavonoide), Terpene, Phytoöstrogene (Isoflavonoide und Lignane), Sulfide, Protease Inhibitoren und Ballaststoffe. Das sind noch längst nicht alle bioaktiven Substanzen. Man vermutet über 10.000 bioaktive Substanzen, von denen bisher nur ein Bruchteil erforscht ist. Bioaktive Substanzen finden sich vor allem in Obst und Gemüse, das möglichst unbehandelt und frisch ist. Auch wenn manche Pflanzenbegleitstoffe gesundheitsschädigende Wirkungen für den Menschen haben (z.B. Blausäure, Oxalsäure), sind sie in Maßen genossen unbedenklich.

Bioaktive Substanzen können Krebs vermeiden

Gemäß einer Untersuchung der WHO könnten durch eine optimale Versorgung der Bürger mit Ballaststoffen gut 50% der Darmkrebsfälle vermieden werden. Aber auch die anderen bioaktiven Substanzen können Tumore des Magen-Darm-Trakts, der Prostata und der Brust vermeiden.

Bioaktive Substanzen zerstören Viren und Bakterien ohne Nebenwirkungen

Sulfide wie das Aliin und das Alicin in Zwiebeln und Knoblauch wirken auf Bakterien wie Antibiotika, jedoch ohne Nebenwirkungen. Sogar Viren, gegen die es bis heute keine Medikamente gibt, werden von Aliin und Alicin angegriffen und zerstört. Aber auch Saponine, Glukosinolate, Polyphenole, Terpene und Substanzen in fermentierten Lebensmitteln, können Bakterien und Viren bekämpfen.  Würden bei bakteriellen und viralen Infekten regelmäßig bioaktive Substanzen eingesetzt, könnten erhebliche Mengen an Antibiotika eingespart und die Zahl der Krankheitstage reduziert werden.

Bioaktive Substanzen wirken gegen freie Radikale und halten uns so gesund und vital

Vor allem Karotinoide, Phenolsäuren, Flavonoide, Sulfide und Protease-Inhibitoren sind in der Lage gesundheitsschädliche freie Radikale, die im Übermaß vorhanden sind, zu eliminieren. Sie unterstützen dabei sowohl die antioxidativen Vitamine als auch die antioxidativen Enzymsysteme.

Bioaktive Substanzen beugen Thrombosen vor

Vor allem Phenolsäuren und Sulfide können Thrombosen verhindern ohne die Blutgerinnung zu beeinflussen. Damit haben Betroffene einen hochwirksamen Thromboseschutz, ohne dass sie Gefahr laufen, bei einer Verletzung lange oder gar lebensbedrohend zu bluten.

Bioaktive Substanzen stärken das Immunsystem und schützen vor Entzündungen

Karotinoide, Saponine, Polyphenole (Phenolsäure, Flavonoide), Sulfide, Ballaststoffe und Substanzen in fermentierten Lebensmitteln stärken das Immunsystem.  Die Phenolsäure und Sulfide wirken entzündungshemmend.

Die genaue Rolle der Ballaststoffe ist noch nicht abschließend geklärt, sicher ist, dass sie das Wachstum von Krebszellen hemmen und die Wirkung von Immunzellen (Natürliche Killerzellen, T-Lymphozyten und Makrophagen) steigern. Fermentierte Lebensmittel (z.B. Joghurt, Sauerkraut)  enthalten Milchsäurebakterien, die ebenfalls die Abwehrkräfte stärken und die Darmflora verbessern. Bekannt ist, dass eine gute Darmflora wichtig für die Abwehr von krankmachenden Erregern ist und entscheidend für ein gutes Immunsystem.

In Studien wurde festgestellt, dass Betakarotin, gehört zu den Karotinoiden, vor Lungen- oder Magenkrebs schützen kann und das Immunsystem anregt. Durch dieses Karotinoid werden das Wachstum von Lymphozyten, die Anzahl der natürlichen Killerzellen und die Bildung von Zytokinen angeregt. Bei einer täglichen Einnahme von 15 mg ist eine Stärkung des Immunsystems bereits nach einem Monat nachweisbar. Auch andere Karotinoide, wie Astaxanthin und Canthaxanthin stärken die Immunabwehr. Auch die antioxidativen Eigenschaften der Karotinoide wirken positiv auf das Immunsystem.

Quercetin, das häufigste Flavonoid, hemmt das Wachstum der Lymphozyten und die Freisetzung von Histamin (Botenstoff bei Entzündungen) und weiterer Botenstoffe des Immunsystems.

Saponine verstärken im Tierversuch das Wachstum und die Aktivität der Lymphozyten. Durch die Einnahme von Saponinen ließ sich die Konzentration von Antikörpern gegen bestimmte Eiweiße um das 100fache erhöhen.

Sulfide hemmen das Wachstum von Krebszellen, außerdem aktivieren sie die natürlichen Killerzellen und hemmen das Wachstum von Mikroorganismen (Bakterien und Viren).

Bioaktive Substanzen senken den Cholesterinspiegel ohne Nebenwirkungen

Sehr viele bioaktive Substanzen wirken sich positiv auf zu hohe Cholesterinwerte aus. Das sind vor allem die Karotinoide, Phytosterine, Saponine, Glukosinolate, Sulfide, Ballaststoffe und Substanzen in fermentierten Lebensmitteln. In einer Vielzahl an Studien wurde nachgewiesen, dass Ballaststoffe die Lipaseaktivität hemmen, welche Fette aufspaltet. Dadurch wird vermehrt Cholesterin ausgeschieden. Außerdem binden sie Gallensäuren und verhindern dadurch deren Rückresorption und die Transitzeit, was zu einer verminderten Cholesterinaufnahme führt.

Weitere positive Wirkungen von Phytofaktoren

Die Phenolsäure senkt den Blutdruck und reguliert den Zuckerstoffwechsel. Daher sind sie besonders wichtig bei Diabetes mellitus und Hypertonikern. Sulfide senken ebenfalls den Blutdruck und Ballaststoffe helfen den Zuckerstoffwechsel zu stabilisieren. Die Verdauung beeinflussen Sulfide und Ballaststoffe positiv und können diese regulieren.

Einsatzgebiete für Bioaktive Substanzen

  • Hypercholesterinämie
  • Krebserkrankungen (auch zur Krebsvorbeugung)
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Diabetes mellitus
  • Verstopfung (Obstipation)
  • Immunstörungen
  • Chronische Entzündungen
  • Chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS)
  • Morbus Chron, Colitis ulzerosa
  • Autoimmunerkrankungen
  • Bakterielle und vitale Infekte
  • Osteoporose, Osteopenie
  • Demenz
  • Morbus Parkinson
  • Multiple Sklerose
  • Depressionen