Folsäure – Vitamin B9

Ein paar Fakten über Folsäure

Folsäure ist sehr hitze- und oxidationsempfindlich und wird beim Kochen zu 70 % zerstört.

Durch die industrielle Verarbeitung betragen Folsäureverluste in Lebensmitteln bis zu 100%.

Über 70% der Deutschen erreichen die von der DGE empfohlene Zufuhrempfehlung von 300 µg nicht.

Idealerweise sollten 800 µg Folsäure (Schwangere und Stillende 1200 µg) am Tag zugeführt werden. Dies wird von der deutschen Bevölkerung, ohne Ergänzung, generell nicht erreicht.

Folsäure ein Universalgenie unter den Vitaminen

Folsäure, welches früher auch als Vitamin B9 oder Vitamin B11, sowie Vitamin M bezeichnet wurde, ist ein weit verbreitetes wasserlösliches B-Vitamin das zuerst in Spinatblättern nachgewiesen wurde. Daher stammt auch der Name, abgeleitet vom lateinischen folium für Blatt. Im menschlichen Organismus gibt es keine nennenswerten Folsäurespeicher, so dass wir auch eine tägliche Zufuhr angewiesen sind. Weit verbreitet sind latente, das heißt versteckte Mängel an dem B-Vitamin. Wichtig ist die Folsäure für Zellteilung, Wachstum und Blutbildung. Folsäure ist der Begriff in Nahrungsergänzungsmitteln, in der Nahrung kommen streng genommen nur Folate vor.

Folsäure für eine fehlerfreie Zellteilung

Um Zellen erfolgreich zu erneuern oder zu vermehren muss der genetische Code korrekt abgelesen werden. Folsäure verhindert Lesefehler und so das Entstehen von Tumorkrankheiten aufgrund fehlerhafter Reproduktion von Zellinformationen. Besonders wirkt sich dies auf die schnell teilenden Blutzellen aus. Blutzellen werden nur durch das Vorhandensein von ausreichend Folsäure genügend gebildet, was für unsere Gesundheit von entscheidender Bedeutung ist.

Folsäure schützt vor Nervenstörungen

Auch die Zellen des Nervensystems müssen schnell, sicher und ausreichend gebildet werden. Erkrankungen des Nervensystems reagieren daher sehr positiv auf die Gabe von Folsäure. Eine optimale Folsäurezufuhr schützt vor Erkrankungen des Nervensystems.

Folsäure schützt Herz und Blutgefäße

Folsäure senkt zusammen mit Vitamin B12 den Homocystein-Spiegel im Blut. Zu viel Homocystein führt zu einer Aufrauhung der Gefäßwände in den Herzarterien und den Gehirnarterien. Dadurch können sich oxidierte LDL-Kristalle leichter ablagern und mit der Zeit fördert dies einen Gefäßverschluss und führt zum Herzinfarkt und Hirninfarkt. Aber auch ein hoher Blutdruck und diverse andere Erkrankungen des Herzens können durch zu viel Homocystein ausgelöst werden.

Enzymaktivität durch Folsäure

Ein Mangel an Folsäure führt zu einem Mangel an Eiweißen. Dadurch kommt es in der Regel zu einem Enzymmangel, der zu erheblichen Gesundheitsstörungen und Veränderungen im Stoffwechsel führen kann.

Schwangerschaft und Wachstum benötigen viel Folsäure

Nachdem Folsäure für die Zellerneuerung von elementarer Bedeutung ist, verwundert es nicht, dass dieses B-Vitamin entscheidend für eine ungestörte Entwicklung und jedes Wachstum unseres Körpers ist. Gerade in der Kindheit und Jugend ist die Zellteilungsrate sehr hoch und es wird viel Folsäure benötigt. Aber auch nach Verletzungen und Operationen steigt der Bedarf wegen des Zellwachstums an.

Die mit Abstand höchste Zellteilungsrate findet sich in der Schwangerschaft. Da der Embryo vollständig von der Versorgung der Mutter abhängt, kann sich der embryonale Körper nur ungestört entwickeln, wenn genügend Folsäure vorhanden ist. Viele Studien zeigen, dass der sogenannte „offene Rücken“ (oder auch Spina bifida) der nach der Geburt mit einer Querschnittslähmung einhergeht, nahezu immer auf einen Folsäuremangel zugrückgeführt werden kann. Da diese Fehlbildung bereits zwischen dem 22. Und 28. Schwangerschaftstag entsteht ist es sinnvoll bereits bei Kinderwunsch, daher deutlich vor Eintritt einer Schwangerschaft Folsäure, kombiniert mit anderen B-Vitaminen, aber auch andere Vitalstoffe zu ergänzen.

Wer ist mangelgefährdet?

Menschen, die regelmäßig Alkohol konsumieren haben meist einen Mangel an Folsäure und anderen B-Vitaminen. Wer mehr als 60 g Alkohol am Tag zu sich führt (z.B. 3 Gläser Bier oder 1,5 Gläser Wein) verbraucht viel Folsäure und sollte diese ergänzen und natürlich seinen Alkoholkonsum reduzieren.

Raucher verbrauchen aufgrund der deutlich erhöhten Zellteilungsrate verstärkt Folsäure. Der bei Rauchern weit verbreitete Folsäuremangel dürfte für das vermehrte Auftreten von Tumorerkrankungen, bei chronischem Nikotinkonsum, mitverantwortlich sein. Fakt ist aber auch, dass eine Ergänzung mit Folsäure zwar den massiven Mangel beheben kann, aber die zusätzlichen gesundheitlichen Störungen durch die zahlreichen Giftstoffe eben nicht. Für eine dauerhafte Gesundheit ist daher das Weglassen des Nikotins die einzig richtige Maßnahme.

Schwangere und Stillende haben den höchsten Bedarf an Folsäure im menschlichen Leben. Schwangere sollten daher von Anfang an mindestens 1200 µg Folsäure am Tag ergänzen, möglichst als Kombination in einem B-Komplex. Frauen die kurz nach einer Geburt wieder schwanger, oder sehr jung schwanger werden, sollten sogar bis zu 2000 µg Folsäure am Tag substituieren um den enormen Verlust auszugleichen.

Menschen mit chronischen Darmerkrankungen müssen ihre Schleimhaut schneller als Gesunde regenerieren und benötigen daher deutlich mehr Folsäure. Auch Menschen, die regelmäßig Tabletten einnehmen müssen, benötigen mehr Folsäure, da nahezu alle Medikamente den Folsäureverbrauch erhöhen. Besonders extrem ist der Folsäureverlust bei Frauen die Ovulationshemmer einnehmen (Anti-Baby-Pille) oder andere hormonelle Verhütungsmethoden verwenden. Eine Anämie (Blutarmut) oder chronischer Blutverlust erhöht den Bedarf an Folsäure um die fehlenden Blutzellen schnell und ausreichend zu ersetzen. Bei Lebererkrankungen steigt der Folsäurebedarf ebenfalls stark an, aufgrund der deutlich erhöhten Zellteilung in der Leber. Menschen die dialysepflichtig sind verbrauchen enorme Mengen an allen Vitalstoffen und daher auch die wasserlösliche Folsäure. Bei einem Vitamin-B12-Mangel wird deutlich mehr Folsäure benötigt, da der Cobalamin-Mangel die Folsäureaufnahme in die Zellen behindert.

Symptome eines Folsäuremangels

  • Leistungsschwäche
  • Störungen der Reizleitung im Nervensystem
  • Stoffwechselstörungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Chronische Entzündungen
  • Blutarmut
  • Häufige Infektionen
  • Vermehrte Tumorbildung
  • Gefäßverkalkung (Atherosklerose)
  • Hirnschlag
  • Herzinfarkt
  • Mangel an Blutplättchen
  • Depressionen
  • Reizbarkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Offener Rücken bei Säuglingen
  • Hoher Blutdruck

Folsäure Einsatzgebiete:

  • Depression
  • Konzentrationsstörungen
  • Parkinsonkrankheit (Morbus Parkinson)
  • Alzheimerkrankheit (Morbus Alzheimer)
  • Alle Formen von Nervenkrankheiten
  • Multiple Sklerose
  • Alkoholentzug
  • Drogenentzug
  • Medikamentenentzug
  • Hyperaktivitätssyndrom
  • Wachstumsstörungen
  • Entwicklungsstörungen
  • Krebserkrankungen
  • Blutarmut (Anämie)
  • Mangel an Blutplättchen
  • Kreislauferkrankungen
  • Hoher Blutdruck
  • Gefäßverkalkung
  • Schlaganfall (Apoplex)
  • Morbus Crohn
  • Colitis ulzerosa
  • Reizdarmsyndrom
  • Cobalamin-Mangel (Vitamin-B12-Mangel)
  • Instrinsic-Faktormangel
  • Magenteilentfernung
  • Regelmäßige Medikamenteneinnahme
  • Orale Kontrazeptiva (Antibabypille)
  • Hormonpräparate
  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • Wachstum in Kindheit und Jugend
  • Leistungssport