Vitamin B6 - Pyridoxin

Ein paar Fakten über Vitamin B6

76 % der Frauen im Alter von 19 bis 35 Jahren haben einen Vitamin-B6-Mangel.

53% der Männer im Alter von 19 bis 35 Jahren haben ebenfalls einen Vitamin-B6-Mangel.

Pro 1 g zugeführtes Eiweiß benötigt der Organismus 20 µg Vitamin B6.

Bei der Aufbewahrung von Milch in durchsichtigen Glasflaschen gehen innerhalb von wenigen Stunden bereits 50% des Vitamin B6 verloren.

Vitamin B6 ist essentiell für den Stoffwechsel

Vitamin B6 ist Teil der wasserlöslichen B-Vitamine und an zentralen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Besonders wichtig ist es für den Aufbau und Schutz von Nervenverbindungen, für das Immunsystem und für den Aminosäuren-Stoffwechsel. Vitamin B6 ist der Sammelname für 6 Formen des Pyridoxins mit biologischer Aktivität, die alle ineinander umgewandelt werden können. Pyridoxin ist am Aufbau von Chlorophyll und Lobelamin der Pflanzen und Porphyrinen (Purpurfarbstoff, entsteht bei der Produktion von Häm) beteiligt. Vitamin B6 beeinflusst die Quervernetzung vom Bindegewebe, zusammen mit Vitamin C und daher auch dessen Elastizität. Pyridoxin ist ebenfalls an der Blutgerinnung beteiligt und schützt daher vor Gefäßverkalkung (Arteriosklerose). Zusätzlich beeinflusst es die Bildung des roten Blutfarbstoffs, des Hämoglobins.

Pyridoxin hilft bei der Freisetzung von Glukose (Zucker) aus Glykogen und unterstützt dadurch die Funktion der Muskulatur. Unerlässlich ist es im Hormonstoffwechsel bei der Bildung der Steroidhormone, sowie bei der Bildung von Neurotransmittern (Serotonin, Dopamin), dem Allergiebotenstoff Histamin und Nukleinsäuren. Pyridoxin ist Koenzym bei etwa 100 enzymatischen Reaktionen, unter anderem im Fettstoffwechsel und bei den Lebertransaminasen. Vitamin B6 beeinflusst die Tätigkeit von Herz, Kreislauf und Muskulatur. Es sorgt für ein Gleichgewicht zwischen Natrium und Kalium in den Körperflüssigkeiten und regelt den Blutzuckerspiegel. Zusätzlich verbessert es den Haarwuchs und sorgt für die Bildung von Glückshormonen. Wichtig ist es für die Bildung eines weiteren B-Vitamins, dem Niacin und für den Methionin (Aminosäure)- und Bakterienstoffwechsel.

Vitamin B6 kommt hauptsächlich in Fleisch und Innereien vor, die Leber ist ein sehr guter Lieferant. Fische, wie Sardinen und Makrelen, Milchprodukte, Kartoffeln, Getreide, Hülsenfrüchte und Gemüse enthalten ebenfalls Vitamin B6. Das Vitamin ist allerdings sehr licht- und hitzeempfindlich, auch beim Braten und Kochen von tierischen Lebensmitteln gehen bis 40 Prozent des Pyridoxins verloren. Auch bei der Sterilisation von Milch verschwindet Vitamin B6 und bei der Lagerung von Milch in durchsichtigen Glasflaschen gehen innerhalb von wenigen Stunden bereits 50% des Pyridoxingehalts verloren. Auf jeden Fall ist die Bioverfügbarkeit aus tierischen Produkten wesentlich besser, als bei pflanzlichen Nahrungsmitteln.

Wer ist mangelgefährdet?

Nach der Nationalen-Verzehrstudie von 2008 haben 12% der männlichen Jugendlichen und 13% der weiblichen Jugendlichen, sowie der Erwachsenen eine Unterversorgung an Pyridoxin. Bei den Frauen im Alter von 19 bis 35 Jahren liegt der Anteil sogar bei 76% und bei den Männern in diesem Alter bei 53%. Besonders von einem Mangel betroffen sind Frauen, die orale Ovulationshemmer (Pille) oder andere hormonelle Verhütungsmethoden verwenden. Das Problem ist, wenn diese Frauen direkt nach dem Absetzen der Verhütungsmittel mit einem Vitamin-B6-Mangel schwanger werden, so dass der Mangel auf das Ungeborene übergeht. Denn ein Pyridoxinmangel in Schwangerschaft und Kindheit wird mit einer späteren Hyperaktivität des Kindes diskutiert. Auch Senioren sind von einer Unterversorgung betroffen.

Der Bedarf an Pyridoxin variiert mit der Eiweißzufuhr, steigt mit der Eiweißzufuhr an, da es eine zentrale Rolle im Aminosäure-Stoffwechsel spielt. Auch im Alter steigt der Bedarf an Vitamin B6  durch die verringerte Nahrungszufuhr an. Durch regelmäßigen Alkoholkonsum erhöht sich ebenfalls der Bedarf und auch Reduktionsdiäten führen zu einem gesteigerten Bedarf. Um Vitamin B6 im Körper verarbeiten zu können benötigt der Organismus genügend Vitamin B2. Ein Mangel an Pyridoxin ist meist mit einem Mangel an anderen B-Vitaminen kombiniert.

Typische Symptome eines Vitamin-B6-Mangels sind:

  • Häufige Infekte
  • Pellagra-ähnliche, seborrhoische Dermatitis (Augen- und Nasenbereich)
  • Mundwinkelrhagaden (Einrisse)
  • Entzündungen der Mundschleimhaut, des Zahnfleisch und der Lippen
  • Rote, entzündete Zunge (Glossitis)
  • Schuppige Haut
  • Schlafstörungen
  • Nervosität
  • Angststörungen
  • Muskelzuckungen
  • Reizbarkeit
  • Sensibilitätsstörungen
  • Gestörte Motorik (Bewegungsabläufe)
  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen, Durchfall
Bei einer Therapie sollte immer der gesamte B-Komplex eingesetzt werden. Erst ab extrem hohen Dosierungen über 1 g können Nebenwirkungen, in Form von Neuropathien auftreten, ansonsten ist Pyridoxin gut verträglich. Die Dosierung sollte zwischen 5 und 10 mg liegen, bei schweren neurologischen Störungen können auch 20 bis 50 mg Vitamin B6 notwendig sein.

Vitamin B6 Einsatzgebiete:

  • Orale Ovulationshemmer (Pille)
  • Östrogentherapie
  • Depression
  • Lern- und Verhaltensstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Schwangere und Stillende zur Förderung der Gehirnreifung beim Fötus bzw. Säugling
  • Demenz
  • Wachstumsstörungen
  • Muskelschwund
  • Häufige Infekte
  • Störungen der Eiweißbildung
  • Stomatitis (Mundschleimhautentzündungen)
  • Gingivitis (Zahnfleischentzündungen)
  • Dermatitis (Hautentzündungen)
  • Mundwinkelrhagaden
  • Anämie (nicht durch Eisen behandelbar)
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Abmagerungsdiäten
  • Chronischen Nikotinabusus (Rauchen)
  • Neurologische Störungen
  • Gefäßerkrankungen, Gefäßverkalkung (Arteriosklerose)
  • Hypercholesterinämie
  • Hyperhomocysteinämie
  • Lebererkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Krebserkrankungen
  • Darmerkrankungen (Morbus Chron, Colitis ulzerosa, Reizdarmsyndrom)
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Medikamenteneinnahme (bei Morbus Parkinson, Tuberkulose, Diuretika, Penicillin, Östrogene)