Niacin - Vitamin B3

Ein paar Fakten zu Niacin

Ein Niacin Mangel ist in unseren Breiten nicht zu erwarten. Nur 1 % der Männer und 2 % der Frauen erreichen den täglichen Bedarf mit der Nahrung nicht.

Schwangere im ersten Schwangerschaftsdrittel sind zu über 50% mit Niacin unterversorgt.

Aus 60mg der Aminosäure Tryptophan kann 1mg Niacin hergestellt werden.

Niacin und Niacinamid sind Vorstufen für einen Faktor der an über 450 verschiedenen Redox-Reaktionen im Zellstoffwechsel beteiligt ist.

Niacin sorgt für einen guten Stoffwechsel

Alternativ zu Niacin wird auch der Name Nikotinsäure oder Vitamin PP (Pellagra Preventing Vitamin) verwendet. Eigentlich handelt es sich nicht um ein einzelnes Vitamin, sondern um einen Sammelbegriff für Nicotinsäure und Nicotinsäureamid, sowie deren Verbindungen. In Nahrungsmitteln ist es vor allem in tierischen Produkten enthalten wie Fleisch, Innereien und Fisch. Ein weiterer guter Lieferant ist Bohnenkaffee. Ansonsten enthalten pflanzliche Produkte nur wenig Niacin, welches auch schlechter bioverfügbar ist.

Obwohl es zu den essentiellen Vitaminen zählt kann Niacin im Körper aus Tryptophan (Aminosäure) selbst hergestellt werden. Ein Niacin Mangel entsteht unter einem starken Eiweißmangel, da der Körper dann zu wenig Tryptophan zur Niacin Produktion besitzt, oder bei einem ausgeprägten Vitamin-B6-Mangel, da die Umwandlung von Tryptophan in Niacin von diesem B-Vitamin abhängig ist.

Niacin findet sich in allen Körperzellen, vor allem in Leber und Niere. Das Vitamin spielt eine entscheidende Rolle im Energiestoffwechsel, sowie im Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel. Niacin ist wesentlich für die Regeneration der Muskulatur, des Nervensystems und der Haut.

Auch das menschliche Gehirn kann sich bei Stress mit genügend Niacin besser erholen. Das B-Vitamin wirkt regulierend auf die Verdauung, senkt das „schlechte“ LDL-Cholesterin und steigert das „gute“ HDL-Cholesterin.

Wie hoch ist der Bedarf an Niacin?

Im Gegensatz zu anderen Vitalstoffen lässt sich der tägliche Bedarf an Niacin leicht berechnen. Pro 1000 kcal Energiezufuhr benötigt der Mensch 6,6 mg Niacin am Tag.

Da Niacin im eigentlichen Sinn nicht essentiell ist, d.h. nicht unbedingt von außen zugeführt werden muss und unsere Nahrung in der Regel genügend Niacin enthält, ist eine Nahrungsergänzung mit Niacin nur in besonderen Fällen erforderlich.

Menschen mit einer Eiweißverwertungsstörung, Schwangere oder Menschen die sich extrem einseitig ernähren (Rohkost, Veganer ohne Eiweiß in der Ernährung) sollten Niacin kontrolliert ergänzen.

Folgen eines Niacin Mangels

  • Juckender rötlicher Hautausschlag mit Blasenbildung (Pellagra)
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • Appetitverlust, Gewichtsabnahme
  • Reizbarkeit und depressive Verstimmung
  • Antriebslosigkeit

Ist eine Nahrungsergänzung mit Niacin gefährlich?

Im Gegensatz zu den meisten Vitalstoffen kann es bei einer unkontrollierten Gabe von Niacin zu unerwünschten Wirkungen kommen.

Menschen die täglich 2 bis 4 Gramm Niacin einnehmen klagen häufig über starke Kopfschmerzen, Hautirritationen, plötzlicher Blutdruckabfall (Flush) und Schwindel. Ein Übermaß an Niacin behindert die Harnsäureausscheidung und kann so Gichtanfälle auslösen.

Kombiniert man Niacin mit Cholesterinsenkern vom Typ der Statine kommt es häufiger zu Schlaganfällen und erhöhtem Blutzuckerspiegeln.

Bei der Einnahme vom gesamten Vitamin-B-Komplex braucht man aber keine Bedenken zu haben, da seriöse Hersteller nicht mit Hochdosis-Inhalten arbeiten und das Niacin nur in einer niedrigen Dosierung enthalten ist. Werden nicht mehr als 20 mg Niacin am Tag ergänzt, sind Nebenwirkungen nicht zu erwarten.

Ein Überblick über die positiven Funktionen von Niacin

  • Da Niacin gefäßerweiternd wirkt, kann es als alternative Therapie bei hohem Blutdruck eingesetzt werden.
  • Niacin senkte auf natürliche Weise erhöhtes „schlechtes“ LDL-Cholesterin und erhöht das „gute“ HDL-Cholesterin. Niacin ist daher bei einer Hypercholesterinämie wirksam.
  • Gefäßerweiterung und Gefäßschutz beugen auch der Atherosklerose (Gefäßverkalkung) vor, so dass bei Menschen mit erhöhtem Atherosklerose Risiko Niacin eine mögliche, natürliche Therapieoption ist.
  • Menschen die an einer Durchblutungsstörung leiden (periphere arterielle Durchblutungsstörungen) können diese durch die Gabe von Niacin oft positiv beeinflussen.
  • Menschen mit Schlafstörungen sollten einen Therapieversuch mit Niacin erwägen. Niacin beeinflusst nicht, wie Schlaftabletten, die Erholungsphasen des Gehirns (REM-Phasen) und sorgt für einen erholsamen Schlaf.
  • Menschen mit Demenz reagieren oft positiv auf eine Niacin Gabe. Der Wirkmechanismus ist bis dato unbekannt.
  • Schwangere und Stillende sollten aufgrund des stark gesteigerten Stoffwechsels auf eine ausreichende Niacin-Zufuhr achten.

Niacin Einsatzgebiete:

  • Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson)
  • Demenz
  • Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie)
  • Schwangere
  • Fettstoffwechselstörungen (nicht zusammen mit Cholesterinsenkern vom Typ der Statine einnehmen)
  • Schwangere
  • Stillende
  • Depression
  • Schlafstörungen
  • Stress und Unruhe
  • Lern- und Gedächtnisstörungen
  • Gefäßverkalkung (Arteriosklerose)
  • Fettleber
  • Vorbeugung vor Hauttumoren
  • Muskelkrankheiten mit Muskelzerstörung (Morbus Duchenne)
  • Muskellähmungen
  • Muskelschmerzen
  • Nierenkrankheiten
  • Krebserkrankungen
  • Hoher oder regelmäßiger Alkoholkonsum
  • Leistungssport
  • Verbrennungen
  • Wundheilungsstörungen