Vitamin B2 - Riboflavin

Ein paar Fakten über Vitamin B2

Vitamin B2 verhindert eine Kataraktbildung um 80%.

89% der männlichen Senioren und 91% der weiblichen Senioren in Deutschland haben einen Riboflavinmangel (Nationale Verzehrstudie II 2008).

Vitamin B2 wandelt Nährstoffe in Energie um

Vitamin B2 ist wasserlöslich und ein Teil des B-Komplexes. Wichtig ist es für den Stoffwechsel und als Baustein verschiedener Koenzyme. Riboflavin hilft bei der Umwandlung von Kohlenhydraten, Eiweiß und Fett in der Nahrung in Energie. Außerdem unterstützt Vitamin B1 die Wirkung von Niacin (Vitamin B3) und Pyridoxin (Vitamin B6). Aus diesem Grund empfiehlt es sich immer den gesamten Komplex zu ergänzen, anstatt Vitamin-B-Monopräparate. In Deutschland ist ein Mangel eher selten, in den Entwicklungsländern kommt er häufiger vor. Ein guter Lieferant sind tierische Produkte, wie Fleisch, Fisch, Milch und Eier, es ist aber auch in pflanzlichen Nahrungsmitteln (z.B. Paprika, Erbsen, Brokkoli, Getreide) enthalten. Aus tierischen Lebensmitteln kann Vitamin B1 besser vom Körper aufgenommen werden. Den Namen hat es durch seine gelb-fluoreszierende Farbe (flavus = gelb), ältere Bezeichnungen sind Laktoflavin, Ovoflavin und Uroflavin.

Es gibt Hinweise, dass Riboflavin gegen Migräne helfen kann. Allerdings muss es dafür bereits vorbeugend in höherer Dosierung (100-400 mg) eingenommen werden. Der normale tägliche Bedarf liegt bei 5 bis 10 mg, auch wenn die Empfehlung der DGE (Deutschen Gesellschaft für Ernährung) viel niedriger angesetzt ist. Körperlicher oder psychischer Stress kann den Bedarf erhöhen.

Vitamin B2 ist sehr sensibel

Riboflavin reagiert sehr empfindlich auf Licht, so wird es beispielsweise in durchsichtigen Milchflaschen sehr schnell zerstört. Lebensmittel sollten daher immer lichtgeschützt gelagert werden. Vitamin B2 ermöglicht den Ausstoß von Stresshormonen und ist Bestandteil der Flavoproteine, die in 60 verschiedenen Enzymsystemen eine wichtige Rolle einnehmen. Flavoproteine und daher auch Vitamin B2 spielen bei der Entgiftung eine wesentliche Rolle. Sie wirken antioxidativ und beugen auch Krebserkrankungen vor. Sie beeinflussen die Sehschärfe, sind wichtig für Haare, Haut, speziell der Lippen und Nägel. Eine gute Versorgung mit diesem Vitamin verhindert die Kataraktbildung (Trübung der Augenlinse) um 80%.

Versorgungssituation

Der Körper kann Vitamin B2 nur für zwei bis sechs Wochen speichern, daher sind wir auf eine regelmäßige Zufuhr mit der Nahrung angewiesen. In Deutschland sind Senioren, Veganer und junge Frauen – vor allem wenn sie die Pille einnehmen – öfter von einem Mangel betroffen. In der Nationalen Verzehrstudie von 2008 wurde festgestellt, dass 20% der männlichen und 26% der weiblichen Jugendlichen unterversorgt sind.  Bei den Erwachsenen haben 20% der Männer und 32% der Frauen zu wenig Vitamin B2. Bei den Senioren sind die Defizite am stärksten: So haben 32% der Frauen ab 65 Jahren einen Vitamin-B2-Mangel und 89% der männlichen Senioren und 91% der weiblichen Senioren.

Medikamente wie Östrogene, Diuretika (Entwässerung), Antibiotika, Aspirin, Ovulationshemmer (Pille) und Antidepressiva reduzieren Vitamin B2. Auch regelmäßiger Alkoholkonsum kann einen Mangel verursachen. Die Symptome sind eine Dermatitis (Entzündung der Haut, Pellagra) und ein erhöhter Homocysteinspiegel (Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und Gefäßverkalkung). Hinweise auf einen Mangel sind eingerissene Mundwinkel, Zahnfleischentzündungen, Halsschmerzen, Müdigkeit, Sehstörungen, Anämie. Bei einem Vitamin-B2-Mangel kommt es ebenfalls zu Störungen der Eisenaufnahme im Darm, und somit zu einem Eisenmangel. Bei einem ausgeprägten Riboflavinmangel sind immer auch andere Vitalstoffe von einem Mangel betroffen wie Niacin, Pyridoxin, Folsäure und Vitamin K.

Vitamin B2-Einsatzgebiete:

  • Stomatitis (Entzündung der Mundschleimhaut)
  • Ösophagitis (Speiseröhrenentzündung)
  • (Gingivitis) Zahnfleischentzündung
  • Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
  • Keratitis (Hornhautentzündung am Auge, grauer Star)
  • Katarakt (Linsentrübung im Auge)
  • Photophobie (Lichtempfindlichkeit der Augen)
  • Antidepressiva-Therapie
  • Hyperbilirubinämie (hoher Bilirubinwert)
  • Hyperhomocysteinämie (hoher Homocysteinwert im Blut)
  • Depressionen (senile Depression, Altersdepression)
  • Methämoglobinämie (Überschuss an Hämoglobin)
  • Migräne
  • Begleittherapie bei Alkohol- und Medikamentenentzug
  • Glossitis (Zungenentzündung)
  • Mundwinkelrhagaden (Einrisse)
  • Periphere Neuropathie (Nervenschmerzen und Gefühlsstörungen in Armen und Beinen)