Eisen

Fakten zu Eisen

67% des Eisens im Körper ist im Blut an Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) gebunden und spielt eine entscheidende Rolle beim Sauerstofftransport.

Der Körper nimmt nur etwa 10% der Eisenmenge aus Nahrungsmitteln auf.

Fleisch ist der beste Eisenlieferant für den Menschen.

Vitamin C steigert die Eisenaufnahme um das 3 bis 4fache.

30% der Weltbevölkerung hat einen schweren Eisenmangel.

50% der Menschen haben einen Eisenmangel ohne einer Anämie.

100 Enzyme und Eiweiße im Körper benötigen Eisen.

Eisenmangel wird oft unterschätzt

Üblicherweise verbindet man einen Eisenmangel mit einer Blutarmut, genannt Anämie. In der Folge kommt es zu Müdigkeit und einer eingeschränkter Belastbarkeit. Allerdings kann ein Eisenmangel auch zu ernsthafteren weiteren Problemen führen. Es ist wichtig diese Probleme zu kennen, denn ein Eisenmangel kann leicht behoben werden. Es gibt auch die Möglichkeit eines Eisenmangels ohne Blutarmut, entscheidend sind die Serumeisenwerte. Menschen mit einer Schwäche des Herzmuskels haben in etwa 50 Prozent der Fälle auch einen Eisenmangel. Leider wird das selten beachtet und so wird eine wichtige und einfache Therapieoption bei der Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) vergessen, was dramatische Folgen haben kann. Nach einer Studie von Prof. Anker aus Göttingen war die Sterblichkeit bei Patienten mit Herzschwäche und Eisenmangel deutlich höher als bei Patienten mit  Herzschwäche, aber ohne Eisenmangel. Auch Menschen mit einer chronisch, entzündlichen Darmerkrankung haben zu 40 - 90 Prozent einen Eisenmangel. Eine Korrektur dieses Mangels würde die Therapie erheblich vereinfachen und die Gesundung massiv beschleunigen.

Krebspatienten leiden ebenfalls häufig an einem unerkannten Eisenmangel,  20 - 60 Prozent der Krebspatienten sind davon betroffen. Hierdurch wird jedoch die Wirkung einer Chemotherapie vermindert und das Allgemeinbefinden des Krebserkrankten ist deutlich schlechter. Auch hier ist eine Eisensubstitution sehr hilfreich. Die Bestimmung des Eisenmangels ist sehr einfach und wird in der Regel über die Messung des Serumeisens und des Eisentransporteiweißes Transferrin im Blut bestimmt.

Laborparameter für Eisen richtig verstehen

Der Normalwert für Eisen im Blutserum liegt bei 65-175 μg/dl. Ein sehr guter Maßstab für die Eisenversorgung im Organismus ist das Ferritin, welches aber nicht automatisch mitbestimmt wird. Der Ferritinwert gibt an, wie hoch die Eisenspeicher im Körper sind.  Er wird im Blutserum bestimmt und sollte bei Frauen zwischen 13-150 ng/ml und bei Männern zwischen 30 und 400 ng/ml liegen.

  • Ferritin < 15 µg/l: Die Eisenspeicher sind vollständig entleert
  • Ferritin 15-30 µg/l: Die Eisenspeicher sind leer oder knapp.
  • Ferritin 30-50 µg/l: Hierbei handelt es sich um eine Grauzone, bei der ein funktioneller Eisenmangel noch möglich ist. Eisenmangelsymptome sind möglich, auch wenn der Wert noch nicht ganz abgesunken ist.
  • Ferritin > 50 µg/l: Beim gesunden Menschen bestehen genügend Eisenreserven. Liegt jedoch eine Entzündung (z.B. erhöhtes CRP) oder eine Leberbelastung (erhöhte Leberwerte) vor, kann dennoch ein Eisenmangel bestehen. In diesem Fall sollte die Transferrin-Sättigung bestimmt werden.

Die Transferrinsättigung sollte zwischen 18 – 45 Prozent liegen. Eine Sättigung von unter 16 Prozent deutet auf einen Eisenmangel hin. Bei entzündlichen Erkrankungen wird häufig das Entzündungsprotein Hepcidin gebildet, das die Eisenaufnahme hemmt. Dies erklärt, warum Menschen mit chronischen und akuten Entzündungen häufig unter einem Eisenmangel leiden. Ein bestehender Eisenmangel verlangsamt die Heilung der Entzündung, so dass nahezu alle Menschen mit Entzündungen von einer Ergänzung mit  Eisenpräparaten profitieren.

Eisen effektiv ergänzen

Um Eisen effektiv einzusetzen müssen einige grundlegende Fakten an dieser Stelle genannt werden.

Eisen ist nur in seiner zwei- und dreiwertigen Form für den Körper verwertbar. Alle anderen Oxidationsstufen spielen für den Menschen keine Rolle. Im menschlichen Körper gibt es eisenbindende Eiweiße, die das Spurenelement trotz seiner schlechten Löslichkeit bioverfügbar halten. Durch die Magensäure und Pepsin aus der Bauchspeicheldrüse werden 30 - 50 Prozent des mit der Nahrung zugeführten Eisens gelöst und anschließend im Dünndarm aufgenommen. Die Aufnahmerate liegt bei 2 - 20 Prozent, wobei das zweiwertige Eisen aus Fleisch besser vom Körper aufgenommen werden kann als das dreiwertige Eisen aus pflanzlicher Kost. Organische Säuren und Vitamin C fördern die Aufnahme von Eisen in den Körper. Wichtig zu wissen ist, dass die Aufnahmerate um den Faktor fünf ansteigen kann, wenn ein Eisenmangel vorliegt.

Bioverfügbarkeit bestimmter Nahrungsmittel

Eisen ist in vielen Nahrungsmittel vorhanden, doch die Bioverfügbarkeit ist dabei sehr unterschiedlich. Ein Paradebeispiel dafür ist der Spinat, der im Volksmund als sehr Eisenreich bezeichnet wird. Tatsache ist, dass in 100 g gekochten Spinat 2,9 mg Eisen enthalten ist, die Bioverfügbarkeit – dies bedeutet die Aufnahmefähigkeit durch den menschlichen Körper – jedoch sehr schlecht ist.

In Fleisch und Wurstwaren ist die Eisenverfügbarkeit am höchsten, ebenso in Fisch und Meeresfrüchten. Strenge Vegetarier und Veganer haben hier einen deutlichen Nachteil. Daher sollten Frauen mit starker Monatsblutung, die sich rein vegan ernähren besonders auf ihren Eisenstatus achten.

Die Eisenverfügbarkeit ist in Pilzen, Nüssen, Samen, Milchprodukten und Eiern besonders schlecht.

Eisen und seine vielfältigen Aufgaben im Körper

  • Eisen ist im Blut am Sauerstofftransport beteiligt
  • Eisen ist ein wichtiges Antioxidans, das die Oxidation von LDL-Cholesterin unterdrückt und so vor Gefäßverkalkung schützt.
  • Eisen ist an etlichen Entgiftungsprozessen beteiligt.
  • Eisen ist an der Bildung von Hormonen und Botenstoffen im Nervensystem beteiligt.
  • Eisen ist für die Regeneration von Knochen, Knorpel und Bindegewebe unerlässlich.
  • Eisengabe in der Schwangerschaft vermindert das Risiko von Fehl- und Frühgeburten.
  • Etliche Medikamente erhöhen den Eisenverbrauch, so dass bei langfristiger Medikamenteneinnahme auch eine Eisensubstitution sinnvoll ist.

Versorgungsituation

Obwohl man kaum etwas davon in den Medien liest oder hört, gehört der Eisenmangel mit zu den häufigsten Nährstoffmängeln. Betroffen sind vor allem Schwangere und Kleinkinder. Die moderne, schnelle Ernährung fördert einen Eisenmangel.

Folgen eines Eisenmangels

  • Infektanfälligkeit vor allem der oberen Atemwege mit Entzündung der Mundschleimhaut, Mundwinkeleinrissen und Verkümmerung der Nasenschleimhaut
  • Trockene Haut, mit zum Teil starkem Juckreiz, vermehrte Kopfschuppen, brüchiges Haar, brüchige Nägel und Einblutung in den Nagelfalz.
  • Herabgesetzte Konzentration- und Merkfähigkeit. Vor allem bei alten Menschen werden diese Störungen oft als Demenz gewertet und behandelt, obwohl es sich lediglich um einen unerkannten Eisenmangel handelt.
  • Muskelkrämpfe vor allem bei körperlicher Belastung.
  • Störungen der Körpertemperaturregulierung.
  • Kinder mit Eisenmangel leiden oft an körperlichen und psychischen Entwicklungsstörungen.

Eisen-Wechselwirkungen im Alltag

Da Eisen so bedeutsam ist, ist die nachfolgende Liste wichtig, wie Eisen mit speziellen Nährstoffen interagiertg, um im Alltag im Bedarfsfall die Eisenspeicher rechtzeitig aufzufüllen:

  • Blei: Die Bleiaufnahme wird durch Eisen reduziert, was positiv ist, da Blei giftig für den Menschen ist.
  • Chrom: Eisenmangel fördert die Chromaufnahme in den Körper, was gut und vor allem für Diabetiker (Zuckerkranke) wichtig ist.
  • Getränke: Kaffee und Tee vermindern die Eisenaufnahme. Milch und Milchprodukte vermindern die Eisenaufnahme.
  • Kalzium: Kalzium vermindert die Eisenaufnahme vor allem wenn es zur Mahlzeit ergänzt wird.
  • Spurenelemente: Kupfer und Nickel vermindern die Eisenaufnahme.
  • Magnesium: Die Magnesiumaufnahme wird durch Eisen vermindert.
  • Phenole (z.B. Kaffee, Tee und Getreide) vermindern die Eisenaufnahme.
  • Phosphate (Cola, Schmelzkäse, Backpulver, Geschmacksverstärker) in der Nahrung gehen mit Eisen eine feste Bindung ein, so dass Eisen nicht verstoffwechselt werden kann.
  • Phytate im Getreide gehen mit Eisen eine feste Bindung ein, so dass Eisen nicht verstoffwechselt werden kann.
  • Tannine (sekundäre Pflanzenstoffe, Gerbstoffe) z.B. im Wein, Weintrauben, Beeren, Nüsse, Hülsenfrüchte, Schokolade, Kräutern, gehen mit Eisen eine feste Bindung ein, so dass Eisen nicht verstoffwechselt werden kann.
  • Tierische Proteine steigern die Eisenaufnahme.
  • Ein Vitamin A Mangel führt zu einer schlechteren Verstoffwechselung von Eisen.
  • Ein Mangel an Vitamin B2 (Riboflavin) vermindert die Eisenaufnahme und Verwertung.
  • Ein Mangel an Vitamin B6 (Pyridoxin) begünstigt einen Eisenmangel.

Einsatzgebiete für Eisen

  • Hohe Eisenverluste durch starke oder langanhaltende Blutungen, aber auch schon eine starke Regelblutung kann einen Eisenmangel auslösen.
  • Schnelles Wachstum in Schwangerschaft, Kindheit und Jugend. Besonders junge Frauen und Kinder sind oft von einem Mangel betroffen.
  • Bei Ernährungsbesonderheiten wie: Vegetarier und Veganer, hoher Kaffee und Teekonsum, hoher Alkoholkonsum, hoher Milchkonsum.
  • Ungenügende Aufnahme von Eisen bei chronischen Magenerkrankungen.
  • Erkrankungen des blutbildenden Systems.
  • Nährstoffmangel vor allem Vitamin A, Vitamin B6, Vitamin C und Kupfermangel.
  • Chronisches Müdigkeitssyndrom.
  • Herzmuskelschwäche.

Was muss bei einer Eisenergänzung beachtet werden?

Eisen ist für viele Körperfunktionen unerlässlich. Ein Eisenmangel lässt sich schnell und einfach ausgleichen. Nicht erkannte Eisenmängel führen oft zu schwerwiegenden Krankheitsbildern, wichtig ist es die jeweilige Ursache herauszufinden und abzustellen. Je nach Produkt kann es zu einer Verfärbung des Stuhls als Nebenwirkung kommen, diese ist harmlos. Bei manchen Eisenpräparaten kann ebenfalls Übelkeit auftreten. Produkte aus Eisengluconat sind gut verträglich, Eisen II-Sulfat ist gut geeignet. Eisen III-Präparate sind unwirksam. Für Kinder gibt es geschmacklich gute Kautabletten. Eisen sollte nicht zusammen mit Schilddrüsenhormonen eingenommen werden. Wichtig ist, dass Eisen nicht dauerhaft eingenommen werden sollte, wenn kein Mangel vorhanden ist.

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